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Sonntag, 24. Februar 2008

Knirsch

Nach ein paar Tagen ohne Aktualisierung nun das: Nur ein paar Worte, ich habe so wenig Zeit, aber Bilder gibt's trotzdem. Gestern im Beihei Park und Jingshan Park gewesen. Sehr schön, aber die Tempel und Parks sind schon alle nicht ganz unähnlich. Rot angestrichene Spitzdachhütten ...
Danach habe ich im fmusic Laden zugeschlagen. Wenn ich nochmal dahin gehe wird mein Gepäck zu schwer. Ich brauche unbedingt eine Waage damit ich nicht nur eine vage Vorstellung vom Gewicht meiner Tasche habe und man mich dann am Flughafenschalter behumst.

Vorgestern: Arme Tierchen gegessen. Sieht interessanter aus, als es ist. Es knirscht und hat nicht viel Geschmack.
Zum Schluss noch zwei Bilder aus dem Beihei Park. Der Park ist sehr berühmt :-). Der Jingshan Park ist relativ klein und eher was für die Beijinger. Auch dieser Park ist echt berühmt :-). Es wird hier aber eher Karten gespielt, gesungen und gesportet - der Eintritt ist auch sehr günstig. Gerade mal zwei Yuan. Vor zwei Monaten war übrigens Weihnachten und von dem Berg aus sieht man den e-Tower und auch den CCTV Tower. Und ich scheue mich nicht zu sagen: Dies sind zwei der berühmtesten Hochhäuser in Beijing. Schönen Tag!

Samstag, 16. Februar 2008

Von Enten, Waagen und Rückkopplungen

Am Vormittag war 798 ansehen angesagt und mit einer warmen Sojamilch im Magen entdecke ich im 4. Geschoss eine Waage Made in Germany, Marke: Rapido, Radebeul 1 - Klasse. Das Ganze hier neigt sich ja bedeutsam dem Ende entgegen, in etwa so wie ein Geiger, wenn er geigt.

Aber mal davon abgesehen ging es als Nächstes weiter in die Innenstadt mit Bus und U-Bahn, etwas wirr, aber machbar. Der Platz des himmlischen Friedens und die ganzen Häuser ringsherum darunter auch die neue Oper waren das Ziel. Zu sehen gab es aber auch frische Pekingenten und einen ramponierten Holzturm. Wer bei dem Anblick keinen Hunger bekommt ist entweder Vegetarier oder noch viel zu verweichlicht, denn bei Null Grad ist es dort wohl sauberer als in einem jahrzehntelang zugeeuften Kühlschrank und man sieht was man bekommt. WYSIWYG! Zu Fuß durch ein paar Hutongs ist eine der besten Sachen, die man in Beijing machen kann, das ist noch das Meiste echt. Im Gegensatz zum Rest von Beijing, das 798 mal ausgenommen ist es dort auch immer ruhig und leise. Zum Schluss noch ein kleiner Abstecher auf die Wangfujing, die von Olympiawerbung nur so gesäumt ist, wie von riesigen Malls.

Am Abend war ich dann noch schnell ins D-22 und da habe ich eine fünfunvierzigminütige ziemlich ausgefranste Rückkopplung angeguckt. Gemacht hat das Lu Xin Pei, die da jemand hingestellt hat. Ihr Schaffen hat nebenbei noch bewirkt, dass es sogar noch etwas leerer wurde und sich die Hälfte der Zuschauer mit Fingern in Ohren bohrten. Aber wer den Krach in Beijings Straßen seit Jahren aushält müsste sich bei solchen Geräuschen doch erst richtig wohl fühlen? Wie gesehen wohl doch nicht.
The Gar war die zweite Band und die hatten bereits mehrere Namen: Gadiao, Gaodiao, Gar, The2Gar, The Gar - also richtig ist wohl Gar. Wie auch immer, es war sehr schön und das wohl fast allerletzte Mal, dass ich mir sowas hier angesehen habe - vielleicht... vielleicht auch nicht. Auf jeden Fall hat sich meine Meinung gefestigt, das Gar die momentan beste Beijinger Gruppe sind, vom Spektrum, Einzigartigkeit, Melodie und auch davon, wie die sich benehmen. Und ich habe sie Alle gesehen! Alle! Harharhar! Bei den Meisten habe ich den Eindruck, dass sie ein Lied haben und das dann 10 Mal spielen, das Lied ist zwar ganz okay, aber so richtig toll ist es nicht... oder sie klingen wie eine Kopie von - Ramones, Interpol, Sonic Youth und und und.
Zum Schluss heute noch ein obligatorisches Bild, dass bisher hier in den Blog seinen Weg noch nicht gefunden hat.

Donnerstag, 14. Februar 2008

Sohl-Bruch-Stelle

Ich wollte die Schuhe sowieso wegwerfen, jetzt wo die Sohle völlig kaputt ist, werde ich sie in hohem Bogen weghauen.

Wenn das nicht passiert wäre wüsste ich gar nicht richtig, was ich überhaupt schreiben sollte... Nach und nach fangen die Chinesen nun nach dem Frühlingsfest wieder an zu arbeiten und auch die Sprengung von Krachern nimmt ab. Die letzten Tage hatte das kein Ende gefunden.

Heute Mittag habe ich noch dieses Bild von zwei Köchen aufgenommen. Sie kommen direkt von unserer wilden Müllhalde, wo sie ihren Eimer entleert haben. Essen auf Rädern ist zwar etwas anderes, aber wenn der Eimer noch voll wäre... ich will wirklich wissen zu welchem Restaurant sie gehören, damit ich dort niemals hingehe. In dem Sinne: Guten Abend und Guten Appetit.

Mittwoch, 30. Januar 2008

Die Lunge ist frei!

Überall im Süden Chinas ist Schneechaos und tausende von Asiaten sind in Bussen festgefroren oder an Flughäfen auf Grundeis gegangen. In Beijing ist der Himmel klar und es ist nicht eine Schneeflocke in Sicht - die Milchpreise steigen weiter und meine Lieblingsäpfel sind unglaublich teuer. Vier Stück für umgerechnet 3 Euro 50 Cent. Nicht gut.
Ich erfrische mich ersatzweise an purer Zitrone und trinke Tee, als ob es kein Wasser gäbe. Rhabarber, Rhabarber, Rhabarber.

Dienstag, 22. Januar 2008

Neuigkeiten

Zunächst mal zum Wetter. Es ist nicht nur kalt, es ist sehr sehr kalt. Tagsüber um Null und nachts -12 Grad. Dazu Mief und neuerdings auch immer wieder Schnee, der mittlerweile aber auch schon weg ist. Da er nicht geschmolzen ist, ist es nicht klar, wo der Schnee hin ist. Am vergangenen Wochenende spielten im D-22 Magyar Posse, eine finnische Filmmusik Gruppe. Klanglich erinnerten sie sehr an Ennio Morricone (Italien) und Rußland, insgesamt sehr unterhaltsam. Zuvor gab es zwei chinesische Gruppen, deren Namen: Chuan Xin Lian, IDH. Wie üblich konnte man ihre Schallplatte nicht kaufen. Von den Chinesen gab es keine und die Finnen hatten ihre nicht da. Ich habe eine von The K gekauft, sehr lustig... Am Folgetag waren wir, also meine WG-Insassen und ich in einem chinesischen Restaurant. Da gab es Hühnerfüße, jede Menge Dumplings und anderes ... sehr nahrhaft.
Ich habe übrigens eine neue Mitbewohnerin aus Maryland, USA. Ihre Stimme ist so angenehm wie eine leiernde Kreissäge und ihre Katze hat drei Beine (eins vorn, zwei hinten - Heckantrieb). Einen richtigen Namen hat das Tier auch (noch) nicht. Aber ich bin mir sicher, da wird sich bald etwas passendes finden. Beijing am Morgen. Blick aus meiner Veranda.

Donnerstag, 17. Januar 2008

Wurbst

Neben den Tatsachen, dass ich den ganzen Tag arbeite, Ingwer mit heißem Wasser übergieße und am Ende noch durch Schnee stapfe gibt es folgendes. China hat offensichtlich Nachhilfe in Zensur nötig. Oder wie ist ist es möglich, dass solche unsinnigen Nachrichten, wie die von der Fernsehmoderatorin, welche bei der Aufzeichnung zur Sendung anlässlich der Umbenennung von CCTV5 (Sportsender) in Olympia Kanal ihren dicken Ehemann runterputzt, er hätte eine "ungebührliche Beziehung zu einer anderen Frau" unterhalten, gleich mehrfach bombardiert werde. Aber mal ernsthaft... in solchen Kreisen gehören Zweitfrauen hier zur Normalität.
Chinesen, die während der olympischen Spiele von außerhalb nach Peking kommen, müssen sich nicht nur um Eintrittskarten bemühen, nein sie müssen auch eine Registrierung vornehmen und ihre Parteizugehörigkeit angeben. Irgendwie auch relativ egal.
Sehr aufregend hingegen: krisselige Bilder von Wurzeln und Obst (Wurbst). In dem Zusammenhang möchte ich das aktuelle Album von Beirut "The Flying Club Cup" allen Musikfreunden ans Herz legen. Neebn der uanuglchblicen Tsatahce, dsas man saows lseen knan.

Montag, 14. Januar 2008

Skandal!

Heute Mittag gab's im nordkoreanischen kleinen Restaurant, oder eher Gaststätte Hund. Und zwar im Angesicht von Vegetariern. Das war unproblematisch, aber die Einfachheit der Einrichtung... da lag dann auch das Problem. Denn irgendwie denkt man ja doch, dass das dann irgendwie was besonderes ist. Ist es aber nicht. Das war einfach nur gekocht und geschmacklich irgendwo im Dunstkreis von Ente und Gans. Die Stücken waren auch nicht irgendwie schön gemacht, es sah schon sehr lieblos aus. Nachdem ich von den Anderen noch ein paar süßliche Reisnudeln gklaut habe ging es wieder raus auf die Straße, bei dieser Hundekälte.

Samstag, 29. Dezember 2007

Insel 3

Momentan warte ich in Thon Sala auf mein naechtes Boot, mit dem ich in einer Stunde nach Koh Tao fahren werde. Die Wartezeit verbinge ich jetzt auch kurz damit, einen neuen Eintrag zu schreiben. So entseht hier keine Wartezeit bis Anfang Januar, wie zunaechst angekuendigt, sondern meine 4 Leser bleiben in Echtzeit auf dem Laufenden, wo ich gerade bin.
Zum Hafen konnte ich im Pickup von einem Bungalowbesitzer mitfahren und brauchte so nicht einmal ein Taxi, die Bevoelkerung hier ist wirklich sehr freundlich. Er meinte, dass mittlerweile ueber 12.000 dauerhaft auf der Insel lebende Menschen gibt - es geht voran. Mit der schnellen Befoerderung war ich natuerlich auch viel zu frueh am Pier angekommen! Beim Spazieren durch die Strassen war es sehr auffaellig, wie selbst hier die Zeitungen mit Meldungen aus Pakistan voll sind. Jedes Titelblatt ist voll davon, es ist verrueckt.
Da Essen immer wichtig ist, schreibe ich von meinem gestrigen Mittagessen. Thailaendisches Curry mit Huhn und Reis. Bei ueber 30 Grad dachte ich erst, etwas Scharfes sei vielleicht nicht unbedingt das Beste, aber ich habe ja Zeit. Nach zwei Stunden Essen und Reden war dann nichts mehr da. Und Hunde. Ueberall liegen Hunde herum, Kleine und Grosse und alle nett. In der Anlage auf Koh Samui habe ich die hässlichsten Hunde gesehen, die es überhaupt auf der ganzen Welt gibt. Wenig Fell und ich enthalte mich detaillierten Einzelheiten, wir warten mal auf die tollen Bilder. Hier auf Koh Pha Ngan sind die Hunde generell schöner und haben volles Haar. Ob das auch auf Koh Tao so sein wird? (Cliffhanger)

P.S.: Ich lese natürlich auch hier die Werbung, auf der rechten Seite, was ich in China aus irgendwelchen Gründen nicht kann, da sie mir dort nicht angezeigt wird. Gerade las ich "Schöne Frauen, Strände und Spaß, oder auch Gefahren?" Meine Meinung dazu: Es ist gefährlich, keine Frage. Hinfallen, Stolpern, Ausrutschen sind nur das kleinere Übel, welches Touristen und Einheimischen zustoßen kann. Überfahren werden oder ertrinken sind da schon schlimmer. Viele lassen sich auch ein Pha Ngan Tatoo machen. Der Kenner nennt so die Schürfwunden von Motorrollerstürzen, die an der Tagesordnung sind. Das Linksverkehr ist kann man ja mal vergessen und die Kurven schneiden hier sowieso alle. Der Inhalt der Werbung wird durch Scannen der Inhalte meiner Beitraege ermittelt und es entstehen Anzeigen, die mit dem Content, den ich erzeuge angeblich in Einklang stehen. Na dann. Bisher verdient habe ich 0,00 Dollar. Und das bei den Wechselkursen! Wenn das sich nicht bald mal aendert, dann fliegt es raus!

Nachtrag: 11.01.2008: Es ist passiert! Ich habe es entfernt.

Mittwoch, 26. Dezember 2007

Wasser und Essen und Laos

Ich habe gerade erstmal richtig ausgeschlafen, denn Gestern bin ich von Vang Vieng nach Vientiane in Laos und von da nach Bangkok und von da aus wiederum weiter nach Surat Thani. Puh. Von dort mit der Fähre nach Koh Samui und erstmal ins Meer. Hier in Südthailand ist das Internet wieder billig und ich habe auch etwas Zeit, denn gerade im Moment regnet es noch. Gestern Abend gab es Pad Thai. Durchsichtigen Nudeln mit Fleisch und Salat dazwischen in einer scharfen Sauce, sehr sehr gut! Man bekommt es aber auch wirklich überall hier. Der Niederschlag hat unterdessen schon etwas nachgelassen, aber als ordentlicher Bürger habe ich einen Schirm mitgebracht. Das ermöglicht es mir trotz des nassen Wetters in ein paar Minuten loszulaufen. Stark!

Hier ein kleiner Rückblick. Angekommen in der thailändischen Grenzstadt Nong Khai bin ich über die Freundschaftsbrücke und von da aus ist es noch ein kleines Stück nach Vientiane, der Hauptstadt Laos'. Mit einer Analphabetenrate nahe 50%, etwa 2000 Elefanten und ein paar mehr als 50 geschrieben Gesetzen ist dieses 6-Millionen-Land ein echtes Ziel für Rucksacktouristen. Alte Autos hier sind eurpäisch, neue japanisch oder koreanisch. Da ich leider nur eine knappe Woche den Norden gestreift habe, ist mir klar geworden, dass ich für dieses landschaftlich so schöne Land gern sehr viel länger Zeit gehabt hätte, aber so konnte ich zumindest einen Einblick gewinnen, in ein Land, in dem freundlich eine Untertreibung für die Art der Gastfreundschaft wäre, die sich steigert, je weiter man von Vientiane wegkommt. Die Hauptstadt in einem knappen Tag abzuhaken war richtig, denn bis auf den triumphbognartigen Patuxai und dem goldenen Pha Tat Luang ist nicht viel zu sehen und was die alten Ausländer machen, will ich gar nicht wissen.

Es ging anschließend mit dem Bus weiter, in das nördlich gelegene Vang Vieng. Eine Klitsche in Toplage. Es gibt zig Bars und Restaurants mit lauten Fernsehern, wo gleichzeitig verschiedene Folgen der Simpsons laufen und das Busterminal ist gleichzeitig die Landbahn des Flughafens. Das wirklich schöne hier ist die Gegend ringsherum. Die riesigen Karstfelsen ragen so steil empor, dass ich gar nicht aufhören kann hinzusehen, bin ich derartiges in letzter Zeit ja nur von Hochhäusern gewohnt. Aber auch Fun Fun Fun kann man hier haben. Jeder vermietet Schläuche von Traktorreifen auf denen man den Fluss runterdonnern kann und dergleichen. Wer keinen Reifen mietet, mietet einen Motorroller, um nicht an Fahrt zu verlieren. Überall tuckern diese Dinger mit 20 - 30 Kilometern in der Stunde (Km/h) herum, in dem Dorf, für dessen Durchquerung ich zu Fuß gerade mal 15 Minuten brauche. Wer mit beiden Angeboten nichts anfangen kann mietet ein Fahrrad. Essen in Laos ist neben Gegend-Kucken und Rumkutschen eine der Topantworten auf das, was denn gerade so abgeht. Es ist billig und nie muss man alleine essen, die Leute sind alle aufgeschlossen und zack sitzt man gesprächig zusammen. Bezahlt wird in Kip oder amerikanischen Dollar, wie überall hier. Die beiden Währungen werden oft parallel akzeptiert, es kommt aber auch vor, dass man in Dollar zahlen muss, wie bei machem Busunternehmer.
Luang Prabang ist der letzte Ort, dem ich mich in Laos widmen kann. Wie die heutige Hauptstadt Vientiane liegt die Frühere am Mekong, ist aber ungleich schöner. Vor einigen Jahrzehnten war Laos französisches Protektorat und hier sieht es wirklich aus, wie in Frankreich. Der Nam Khan mündet hier in diesen Fluss und die Altstadt und das Tempelviertel liegen auf diesem vom Wasser umgeben Zipfel. Laos ist nie eine wichtige Kolonie für Frankreich gewesen, der Mekong wurde als Transportweg für irrelevant erkannt und für große Landwirtschaft ist es viel zu bergig. Die Stadt gehört zum Weltkulturerbe und plant keine Brücke. Die eng zusammengebauten Häuser stehen im Prinzip direkt am Wasser, wo man wunderbar essen kann. Das Essen in Laos ist sehr gut, es gibt zum Beispiel Laap, geminztes Fleisch (z.B.) Rind mit Grünzeug. So etwas ähnliches gibt es auch in China. Sehr oft gibt es hier aber zu traditionellen Gerichten Sticky Rice, den man mit den Fingern isst. Daneben gibt es allgegenwärtig Kartoffelchips, Kekse, Limo, Fertignudeln auf die sich fast alle Touristen stürzen. Trotzdem ist die Internationalisierung des Essens in einem Land ohne McDonalds oder Starbucks noch nicht sehr weit.

Freitag, 14. Dezember 2007

Magen ab, Haare voll

Ich komme gerade zurück vom Essen, es gab Falafel Sandwich bei Pitta. Das ist eine Art Döner, gefüllt mit gebratenen grünen Bällchen und Gemüse, genau das Richtige für Rohköstler. Da die Gegend hier momentan einen Kahlschlag erfährt, wolle ich mir etwas Gutes tun und war beim Frisör. Ich habe natürlich vorher einen Zettel schreiben lassen, der mir helfen sollte, das zu bekommen, was ich wollte. Brauchte ich nicht, in dem Edelladen hier kann genau einer Englisch - Klasse. Trockenschnitt hätte ich mit viel Gerede wahrscheinlich durchbekommen (Ja aber da musst du danach ja waschen!) Ich habe mir dann am Anfang und nach dem Schneiden eben die Haare waschen lassen. Das hat der Liu ganz prima gemacht. Ich soll jeden Monat hinkommen und Liu sagen. Na mal sehen, ich werde jetzt aber mal schön weiter machen, es gibt viel zu tun.

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Essen Kaufen Kauen

Es wird früh dunkel, es ist dauerhaft kalt und einiges Anderes schränkt die hiesige Unternehmungslust schon ein. Verschlägt es mich doch einmal vor die Tür und laufe ich hier irgendwo lang, dann gibt es alle 100m mindestens einen Verkaufsstand oder mehrere. Hier in der Unterführung vom 3. Ring gab es früher, als es noch warm war, sogar Landschildkröten (lebend) aus der Schüssel zu kaufen. Heutzutage sind es Mützen, Schals, Bücher, DVD's, Rmasch, Prassel und gebratene Würstchen, die einen ganz sonderbaren Geruch verströmen. Ich habe einmal sowas gegessen und es schmeckte so, wie es riecht. Außerdem ist diese Wurst völlig weich und ohne inneren Zusammenhalt, geschweige denn knackig. Bei dieser merkwürdigen Konsistenz kommen schon Bedenken an den ausgewählten Ingredienzen auf. Hartes Essen gibt es anscheinend in ganz China nicht. Wenn meine chinesische Mitbewohnerin sieht, dass ich Nudeln mache, findet sie die immer zu hart. Davon ginge ja der Gaumen kaputt! Mein berechtigter Hinweis, dass ich das ja noch kochen werde ist zwar lustig, aber sie würde das mindestens 30 Minuten kochen. Schön pappig eben. Gibt es überhaupt hartes chinesisches Essen? Mal abgesehen von Bonbons oder Nüssen... Eine Frage, die ich noch nicht beantworten kann. Um aufschlussreiche Kommentare wird gebeten.

Zum Schluss nun noch ein bisschen Ökonomie. Heute wurde in den Medien berichtet, dass die Inflation bei 6,9% lag und das merkt man ganz konkret. Der Preis von 1l H-Milch im chinesischen Supermarkt JKL ist von 5,60 auf 6,00 RMB gestiegen, der Joghurt von 5,80 auf 7,20 RMB, wobei 1 Euro etwa 10,80 RMB entspricht. Das ist schon schlimm.

Dienstag, 11. Dezember 2007

Hossa!

Heute war viel zu tun, aber das ist noch lange nicht Grund genug, hier nichts zu schreiben. Ich plante und plane momentan am späteren Abend meinen Weihnachtsurlaub, der mich nach Thailand und Laos führen wird. Da das hier aber immernoch ein Blog ist, der sich thematisch um China drehen soll nun das: Mais wird in China auf der Straße getrocknet! Eine Schreckensnachricht, die es wohl noch als Eilbotschaft und Dienstagabend-Schocker auf Spigel Online schaffen wird. Das ganze wird dann unwissenden Passanten als Popcorn verkauft. Da fliegt der Hütte doch glatt das Dach komplett weg. Da das Popcorn aber so lecker ist und so prima duftet, essen wir es alle sehr gern. Es ist auch sehr nahrhaft.

Aber Popcorn ist ja eigentlich was für Socken-Am-Vortag-Rausleger. Die Harten essen Tiere. Komplett. Ich kann frittierte Skorpione von ganzem Herzen allen Freunden von Knabbereien empfehlen. Sehr knusprig, salzig und viel zu schnell aufgegessen sind die. Ebenfalls gibt es an diesen Straßenständen (z.B. an der Dongsibei Dajie), wo man besagte Kleintiere erstehen kann noch etwas, dass aussieht wie kleine Vögel. Macht einen wirklich interessanten Eindruck, habe ich aber noch nicht probiert. Das hebe ich mir für nächstes Jahr auf und wo, wenn nicht hier werde ich zuerst davon berichten? Hier! Gute Nacht!

P.S.: Es gibt noch eine kleine Begebenheit, die ich hier ausbreiten möchte. Ich habe in Japan eine Postkarte geschrieben und wollte natürlich dann die Briefmarke aufkleben. Nun leckt man die Marke nicht ab, besonders nicht in Japan, dem Land der Hygiene. Da stehen auf dem Pult also zwei runde Teile zum anfeuchten der Marke, das eine rot und ordentlich, das andere gelb und abgegriffen. Also rein, voll rein in das rote Teil! Rote Finger und eine rot beschmierte Marke hatte ich nun und die Erkenntnis, dass ich ins Stempelkissen gegriffen habe. Beim Aufkleben habe ich dann auch noch die obere Ecke der Karte mit meiner Fingerfarbe dekoriert. So ist das.

Montag, 10. Dezember 2007

Warum Castrop-Rauxel sehr gut ist.

Ich lebe und es geht mir sehr gut. Die Heizung gluckert und glüht vor sich hin und ja - sie strahlt vor Wärme und bringt den kompletten Raum auf wunderbare 20 Grad. Das möchte ich hier und jetzt einmal mehr festhalten. Leider hatte ich keine Maschinengewehre (Blumengebinde) und schwere Vorhänge, die ich hinter mir aufhängen konnte, jetzt sieht man nur die knallweiße Wand. Die Zeitung (China Daily) ist auch schon 5 Tage alt. Die Sonnenbrille ist aber neu und gar nicht gefälscht, die ist ist so echt, wie der Käse, den ich über meine Spaghetti geworfen habe.

Der Schnee ist bereits wieder komplett weg und ich sollte eigentlich zum Haareschneiden. Ich habe gute Gründe warum es noch nicht passiert ist. Sehr gute. Jetzt ist nur noch offen, wer demnächst neuer Chefredaktuer beim Spiegel wird. Ich nicht, ich habe keine Zeit. Noch ein paar abendliche Worte zum CCTV Tower. Jetzt sind beide Türme miteinander verbunden, ich habe es gesehen und photographisch festgehalten. Wenn ich mir überlege, welche Wege dieses Bild nun hinter oder vor sich hat - optisch zu meinem Telephon - dann per Bluethooth auf den Rechner und per Funk zum Modem. Von dort durch Kabel zum Blog und von da aus in alle Ecken der großen weiten Welt. Ich grüße hier auch mal alle meine lieben Leser und Leserinnen! Ihr seid großartig! Damit ihr alle endlich mal wisst, wie viele ihr seid und wo ihr überhaupt herkommt nun das: Ich habe über 20 eindeutige Besucher pro Tag und noch viel mehr Klicks. Das ist der pure Wahnsinn. Das Zentum liegt, dass möchte ich nicht verschweigen, in Dresden, Südbrandenburg und Kelsterbach am Main. Ein paar Besucher sind dann noch aus verschiedenen Ländern Europas und Nordamerikas. Um noch mehr Besucher durch Suchmaschinen anzulocken zähle ich einfach mal ein paar Länder und Städte auf: USA, Great Britain, Sweden, Mexico, France, Australia und Italy. New York, London, Rome, Kapstadt und Castrop-Rauxel.
Schon allein deshalb noch ein Bild von dem halb zugeeisten Kanal, der keine 450 Meter von meinem Block weg ist. Bei angenehm milden Minus 3 Grad in Beijing beende ich nun diesen wunderbaren Blog Eintrag.

P.S.: Deutsche Bahn, GDL, Lokführerstreik, Manfred Schell, Hartmut Mehdorn, Angela Merkel, Nicolas Sarkozy! (Das sind doch mindestens 1000 Besucher Morgen!)

Dienstag, 27. November 2007

Nach- und Zugeschlagen!

Die Nahrungsmittelversorgung ist gesichert und zwar reichhaltig. In China kann man wirklich alles essen und davon jede Menge. Zuerst sollte man die Fast Food Ketten links liegen lassen. Dabei fällt natürlich auf, wie überaus populär KFC und McD gerade bei den jungen Eingeborenen sind. Ebenso sind diese Läden eine sichere Wahl für Ausländer. Aber eben nicht für alle. Wer sich traut und den chinesischen Köchen und Köchinnen vertraut kann Überraschungen erleben. (meist positive) Hier sei also mal damit angefangen, von dem was mir in Beijing, Shanghai und in der Provinz Shandong vor ein paar Wochen vorgesetzt wurde, zu berichten.
Fast allgegenwärtig ist hier und noch mehr in Shandong der Tintenfisch. Oft frisch gegrillt, seltener als Eintopf trifft man ihn zumeist zerstückelt an. Gegrillt wird das arme Tier auf Blech und mit scharfer Soße darauf. Damit hat das ganze im Endergebnis deutlich mehr für die Geschmacksnerven zu bieten. Der Eintopf war dagegen schon sehr geschmacklos. Der darin umherschwimmende Tintenfisch machte nicht nur optisch den Eindruck, als ob er mal ordentlich in eine Schiffsschraube gekommen wäre und jeden Moment seine Unzufriedenheit darüber zum Ausdruck bringen möchte. (Oder auch erst am folgenden Tag?)

Bisher noch nicht ausfindig gemacht: Ein Restaurant mit dem Besten vom Hund. Sobald das passiert, werde ich natürlich davon berichten. (Das hier gezeigte Bild ist mit "Hundestuhl 1" betitelt worden)

Was ich hier noch nicht gekauft habe und auch nicht kaufen werde ist frisches Fleisch, was nicht im Umkehrschluss bedeutet, dass ich altes Fleisch kaufe. Ebenso kaufe ich keinen rohen Fisch. Das dann zu braten, kochen, backen, dünsten oder überhaupt zuzubereiten kommt mir gar nicht in den Sinn. Dafür ist einfach keine Zeit und irgendwie schreckt mich doch die Darbietung der VerkäuferInnen ab. Und die Küche hier, wo ich wohne! Da müsste ich erstmal aufräumen. Also besser erst gar nicht mit solchen Extravaganzen anfangen, das Können der ansässigen Versorger in Frage zu stellen oder noch verrückter - es umgehen zu wollen. Erwähnt sein sollte aber, dass Fleisch laut der vorletzten Asien Aktuell nur in 20% der Fälle behandelt sei, in Deutschland in 80%. Der Schluss daraus ist eindeutig: In Deutschland 20% Fleisch kaufen, in China dann die restlichen 80%. Das ist die olle 80-20-Regel.

Süßgebäck in Shandong und Peking sind für mich völlig ungewohnt, weisen diese doch einen oftmals stark mehligen Charakter auf. Abhilfe schaffen hierbei das Cafe Konstanz (Deutsche Bäckerei) und der Food Shop Schindler, die tatsächlich den gewohnten Geschmack bringen, denn nach einer Weile will man einfach Brötchen haben und keine Weichkost für Zahnlose.
Damit kommen wir zum nächsten Punkt: . Wo wollen wir das Alles denn nun essen? Auf der Straße ist natürlich das Einfachste. Hier stehen tagsüber die Männer und Frauen mit ihren Trikes oder Bikes mit Tonne und Gas und erhitzen und braten, was das Zeug hält. Dabei bietet ihr Laden auf Rädern immer eine spezielle Speise an. Das reicht von Teigtaschen über geruchsintensive Süßkartoffeln hin zu Popcorn, dass es aber erst abends gibt und das sehr zu empfehlen ist. Dem geneigten Leser sei dabei gesagt, dass es meist nicht mehr kostet, als ein Hotdog bei Ikea. Also weniger. Oder gleich viel. Aber nie mehr. Dem aufmerksamen Autor fiel besonders in Shanghai etwas auf. Wohl ob des angenehmen Klimas, essen die Leute gern draußen. Wer Zeit hat: am Tisch, wer keine Zeit hat, wie unsere Freunde die Taxifahrer, im Stehen. Die Fahrer legen die Mahlzeit auf den Kofferraumdeckel. Ob das gut ist, sei dahin gestellt, der Autor lässt hier auch jegliches Urteilen bleiben, verweist aber auf die angenehme Essensaufnahme in vormals genannter Veranda und bringt den Begriff Bügelbrett ein.

Zum Schluss sei noch gesagt, dass einfache Gerichte bei chinesischer Beköstigung hier oft eine gute Wahl sind. (Die komplizierten Sachen werden auch noch besprochen.) Auf dem äußersten Zipfel und damit schon halb in Nord-Korea, genauer in Shandong haben wir zu Abend ein sehr populäres Gericht gegessen. Ei und Tomate, im Tiegel gebraten. Das Gericht ist so einfach und so populär, man bekommt es im Zentrum der Volksrepublik nirgends, denn ein so einfaches Gericht stellt den ehrgeizigen Koch ja anscheinend vor keinerlei Herausforderung. Das ist natürlich Mumpitz, alles hat seinen Platz. Deshalb sage ich es hier den vielen Köchinnen und Köche Beijings mal ganz direkt: "Mehr Ei mit Tomaten!"