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Donnerstag, 6. Dezember 2007

Sayonara - Ni Hao

Ich sitze gerade vor dem Gate am Flughafen und habe noch über eine Stunde zu warten, was für eine Gelegenheit mal in Ruhe ein bisschen einen schönen Blog-Entry zu Japan und Tokio zu verfassen. Ich habe gerade den Bustransfer hinter mir, denn der Narita Airport liegt ein ganzes Stück außerhalb der Stadt und die Fahrt dauerte, wegen dem dichten Verkehr fast zwei Stunden. Auf der Fahrt bin ich noch mal direkt am Fernsehturm vorbeigekommen und die große Hängebrücke sind wir entlanggefahren, es war richtig Schade, dass ich bei dem schönen Sonnenschein schon los musste. Aber das Flugpersonal kennt da wohl keine Gnade. Gestern Abend waren wir noch mit dem Taxi nach Shinjuku gefahren. Toyota Crown. Es war für mich nicht nur die erste rechtsgelenkte Fahrt in einem PKW, nein auch die Erste in einem Toyota überhaupt. Ausgestattet mit Navigationssystem und vielen Anzeigen, automatischen Türen und starkem Antrieb, war das schon schön. In Shinjuku sind wir dann noch auf der anderen Seite des Bahnhofs durch die Straßen gelaufen, auf der Anderen war ich ja am Dienstag. Auch anschließend nach Roppongi Hill, zum Mori Tower, sind wir mit dem Taxi. Die Heartland Bar ist nicht groß, aber fein. Spicy Ginger Ale kann wirklich richtig schön scharf sein, so dass man es noch eine ganze Weile im Hals merkt, Wahnsinn.

Wenn ich mir jetzt einen U-Bahn Plan von Tokio ansehe kann ich fast überall Punkte machen. Ich bin innerhalb den letzten Tagen fast überall in der Innenstadt gewesen. Mein Urteil ist vollständig positiv. Das Nahverkehrssystem ist preislich in Ordnung, eine Fahrt kostet mal mehr, mal weniger als einen Euro. Die Bahn fährt in kürzesten Intervallen, ist komfortabel und man kommt überall staufrei hin. Stark.

So schick, freundlich und fortschrittlich wie die Japaner sind, dass ist beeindruckend. Ich hätte ohne weiteres sehr viel Geld für Dinge ausgeben können, es gibt haufenweise tolle Sachen. Riesige Musikkaufhäuser, Klamottenläden mit fantastischen Dingen. Ich bekenne – ich habe nichts gekauft. Das Problem ist dabei der Rückflug nach Deutschland, wo ich aufpassen sollte, wie schwer mein Gepäck wird, und das wird tendenziell mehr als weniger. Was physisch nichts wiegt, sind die Bilder, die ich gemacht habe. Einige hundert Stück oder fast zwei Gigabyte, die ich demnächst mal genauer durchsehen werde um Ordnung zu schaffen und mir den Überblick zu bewahren.

Mittlerweile sitze ich im Flugzeug und habe den vollständigen Überblick über das nächtliche Tokio bekommen. Bei vollständig klarer Sicht sind wir quer über die Stadt geflogen und ich konnte Mori Tower, Brücke, Stadion und Fernsehturm hell erleuchtet sehen. Die besonders dichten und hohen Zentren im Zentrum waren dabei ganz besonders hell erleuchtet. Die ganze Stadt macht aber schon ohnehin einen sehr hellen Eindruck und das riesige Ausmaß wurde nochmal so richtig deutlich.

Das Essen gerade eben war nicht so schlimm wie auf dem Hinflug, es gab keinen Reisschleim, der so riecht, wie er heißt. Das Fertig-Sushi und die warmen Fleischröllchen von Tokio nach Shanghai waren genießbar, den komischen Salat und die kalten Nudeln habe ich trotzdem sein gelassen. Von Shanghai nach Beijing gab es Huhn mit Reis, ging auch zu essen, war aber irgendwie komisch gemacht. Auf den Bildschirmen lief wie üblich eine Sendung mit furchtbar lustigen Clips, glücklicherweise ohne Ton. Beijing sieht von oben ganz anders aus als Tokio, die Beleuchtung ist viel oranger und weniger intensiv. Nach ein paar Extrarunden über dem Capital Airport von Beijing landeten wir endlich, wenn auch etwas rumpelig. Wieder da. Ni hao.
Noch eine kleine Erklärung zu den Bildern: (1) So sieht die U-Bahn in Tokio aus, die hier fährt Richtung (2) Shibuya, wo die bekannte Kreuzung ist. In (3, 4) Asakusa ist ein Einkaufs- und Spielviertel. Weihnachten ist hier, wie in fast ganz Tokio bereits allgegenwärtig, aber noch nicht ganz so verbreitet wie Getränkeautomaten, die in Unmengen an jeder Straße zu finden sind. In Roppoingi (6) steht der Mori Tower (5), der glaube ich momentan das höchste Gebäude der Stadt ist. In Harajuku (7) gibt es viele interessante, schöne, große und kleine Läden. Hier kann jeder auch eine virtuelle Tour durch Harajuku unternehmen. (8) Ein Taxi in Ikebukuru und der Kaiserpalast (9) ist aber woanders.

Und noch ein bisschen...

dann muss ich wieder zum Airport Shuttle Bus. Mit dem geht es zum Narita Airport in Tokio und von da aus dann über Shanghai zurück nach Peking. Deshalb schreibe ich jetzt gar nicht viel, ich möchte nämlich noch laufen, trotz dessen, dass mir heute früh meine Füße weh tun, das hatte ich noch nie... am besten weiterlaufen, das wird helfen!

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Es ist Mittwoch in Tokio

11 Stunden bin ich heute durch Tokio gelaufen und mit der U-Bahn gejuckelt und die war jetzt auf dem Rückweg nach Shibuya wirklich zum Bersten gefüllt. Angefangen hat heute früh alles in Shibuya, von wo aus ich in Kringlen nach Harajuku und Omote-Sando gelaufen bin - ein ganzes Stück ist das. Die Gegend ist sehr teuer, es gibt große Läden von Gucci, DG, Chanel, Armani und von den Anderen gibt es auch Läden. Dahinter sind kleine, schöne Straßen, wo es kleinere Designerläden gibt, hübsche Restaurants oder Wohnhäuser vor denen goldige Rolls Royce Corniche parken. Dabei fällt wirklich auf, wie freundlich die Japaner warten um aus dem Grundstück zu fahren, wenn ein Fußgänger sich vor der Ausfahrt verlustiert. Bei Zebrastreifen wird schon gehalten, wenn man noch nicht einmal die Straße betreten hat. Otemachi war dann mit der U-Bahn der nächste Besuchspunkt. In Sichtnähe liegt der Fernsehturm und mitten drin steht man im Businessviertel (erstes Bild) und unweit ist auch der hiesige Kaiserpalast. In der Station Tokyo dann wieder in die U-Bahn gestiegen und direkt nach Ikebukuro gerast. Die Fahrt mit der Bahn ist extrem sanft. In Ikebukuro merke ich wieder einmal: Tokio ist sehr groß, nein sehr, sehr groß. Überall Läden, die irrsten Spielhallen, Restaurants und bunte Werbung für Alles. Dazwischen überall Menschenmassen, mehr oder weniger dicht (weniger dicht auf dem zweiten Bild). Über den Yamanote Ring dann wieder weiter nach Ebisu, eigentlich nur, weil nichts direkt nach Rappongi fuhr. Trotzdem kurz mal ausgestiegen und ans Tageslicht gelaufen um dann wieder in den Untergrund mit der Rolltreppe in die Hibiya Linie zu rollen und dann endlich in Rappongi wieder nach Oben zu gelangen. Wieder große Häuser, viele Leute und geschäftiges Treiben - das jetzt mit einbrechender Dämmerung. Von hier aus sehe ich wieder den Fernsehturm und kann ein paar finstere Bilder machen, alles ist ein bisschen verwuschelt. Ginza war dann besonders interessant, es hatte einen richtigen Apple Store und ich konnte es kaum fassen, wie leicht der neue iPod nano ist, er ist unfassbar leicht. Auch hier viele Bilder gemacht und ganz, ganz weit gelaufen. Danach bin ich erstmal ins falsche Loch gelaufen, hier fuhr nicht die U-Bahn, die ich wollte, also nochmal hoch. Das ganze Stück vor, bis zu dem Loch, wo ich rauskam und von da dann mit der Ginza Linie direkt nach Shibuya, die wie bereits erwähnt, erwähnenswert voll war. So, jetzt mache ich hier noch ein paar schöne Bilder rein, damit es auch was zum kucken gibt.

Dienstag, 4. Dezember 2007

Dienstag fast Mittwoch

Die Blogzeit ist falsch. Mein Blog geht nach chinesischer Zeit. Hier ist es noch eine Stunde später, also fast schon Mittwoch. Heute bin ich sehr, sehr viel U-Bahn gefahren und ebensoweit gelaufen. Die U-Bahn war jetzt zum Abend sehr leer, ich hatte mich bereits gewundert, aber nachdem ich ausgestiegen bin, habe ich es gesehen. Auf den Fenstern sind Aufkleber gewesen. Das war ein reiner Frauenwagen. Naja kann ja mal passieren. Aber bevor es quer durch Tokio geht, sollte ich zunächst auch natürlich schreiben, dass ich in Shibuya residiere. Heute war ich dann noch in Asakusa, Ueno, Akihabara, Shimbashi, Shinjuku und noch kurz in Naka-Megura. In Shibuya liegt auch diese bekannte Kreuzung, wo alle Fußgänger quer darüber laufen und darüberströmen. Nachdem ich mich mit dem U-Bahn Plan und den Automaten angefreundet habe, kann ich sagen, fand ich mich ganz gut zurecht. So war mein Mittagessen gebratenes Huhn mit Gemüse und Reis gewesen. Sehr fein - und gerade eben kam ich vom Abendessen aus einem Gourmetburger Laden. So hat der auch geschmeckt. Das Fleisch war sehr gut und schön gewürzt. Ich bin jetzt nicht nur satt sondern auch vollständig müde.

Montag, 3. Dezember 2007

Fantastisch

Vor dem Schreiben dieses Artikels musste ich erstmal einen beruhigenden Abendspaziergang machen. Ich würde sonst nur in Superlativen schreiben, dachte ich. Jetzt habe ich mich wieder auf ein gesundes Niveau heruntergebracht! Tokio ist absolute wunderbar, es ist unglaublich. Bei meinem halbstündigen Rundgang vorhin fiel es mir direkt auf - selbst Abgase sind hier sauber. Die frische, ganz angenhem frische, klare Luft ist zauberhaft. Die Leute, die rumlaufen sind absolut toll. Aber zum Abendessen will ich jetzt groß und breit schreiben. Schon der Brotkorb, das Olivenöl, das Salz und der Pfeffer, nein schon die Art und Weise, wie wir an den Tisch gebracht wurden, der Stuhl herangschoben wurde, waren so einladend und freundlich, es war richtig schön. Das frische, das knackig frische Brot hat den ohnehin vorhandenen Appetit noch richtig in Schwung gebracht. Das frische Ginger Ale hatte eine so angenehme Schärfe... wundervoll wohlschmeckend. Richtig rund ging es dann mit hauchdünnem, rohen Fisch, leicht zitronig und total lecker mit nach Tomate schmeckendenden kleinen Tomatenstückchen und Salat. Und danach gleich noch mehr Brot. Brot soviel wir wollten. Und wir wollten alles. Dann Rigatoni mit Blauschimmelkäse Soße. Unbeschreiblich köstlich, ein so voller Käsegeschmack - fabelhaft. Gefolgt wurde die Pasta von Brot. Dem Brot folgte gegrilltes Lamm mit Katoffel und ebenfalls geröstetem Meerrettich, Bohnen... das war der absolute Hammer, es war extrem köstlich. Jetzt war auch mein Hunger nach Brot gestillt, denn sonst hätte das Tiramisu keinen Platz mehr gehabt und das wäre furchtbar gewesen. Dieses Desert war garniert mit Erdbeeren - ein wunderbarer Geschmack. Ein wirklich vollmundiger Espresso bildete den Abschluss. Essen macht glücklich - kombiniert mit der Luft in Tokio macht es euphorisch. Hoffentlich drehe ich Morgen nicht völlig durch. Mein Zimmer ist nicht groß, aber sehr intelligent aufgeteilt und hat alles, was ich will. Das Wasserklosett ist vollautomatisch und eine Errungenschaft dieser Zivilisation, die hier aus dem Fenster betrachtet so langsam friedlich in die Nacht hereinschlummert, so auch ich. Gute Nacht.